Sonntag, 25. Juni 2017

TerraSAR-X und TanDEM-X Geburtstagskuchen für Edith

Unser Lieblingssatellitenpärchen TerraSAR-X und TanDEM-X hatten mit 10 bzw. 7 Jahren einen runden Geburtstag und das gleichzeitig mit Edith, ihrer Teilprojektleiterin - da musste natürlich ein Kuchen her! Vor 3 Jahren hatte ich diesen Strukturkuchen mit Satelliten zum Jubiläum gemacht und so kam ich dieses Jahr zu der Ehre, den offiziellen Kuchen zur großen Feier zu gestalten. Weil ich nicht zu viel Fondant verwenden wollte, habe ich für die Welt eine Art Russischen Zupfkuchen ohne Kakao im Teig gebacken, das hat eigentlich sehr gut geklappt. Die Satelliten wurden dieses Mal etwas größer und schweben in ihrer Formation auf selbst gebogenen Plexiglasständern, von Edith und mir über die Rolle geföhnt, neben der Welt dahin. Edith hat den wunderschönen Hintergrund mit den Logos, Welt und Sternenhimmel von Hand gemalt und mit mir den Kuchen geholfen, und so waren wir eine Weile beschäftigt mit diesem feinen Projekt ;-)
Zutaten für 2 Satelliten- und einen Weltkarten-Kuchen:
Für die SatMon-Karte:
Teig:
425 g Mehl
3 gestr. TL Backpulver
200 g Zucker
2 Pck. Vanillezucker oder etwas Vanillemark
2 Eier
250 g Butter oder Margarine
Füllung:
375 g Butter oder Margarine, zerlassen
1 kg Magerquark
2 Pck. Vanillezucker oder etwas Vanillemark
80 g Stärke oder 2 Pck. Vanillepuddingpulver
1 Ei
250 g Zucker
2 Msp. Lebensmittelfarbe blau (Wilton Pastenfarbe)
etwas Lebensmittelfarbe grün
ca. 100 g Fondant weiß für Antennen und Pole

Für TerraSAR-X:
2 Mal das Rezept Zitronenkuchen:
70 g geschmolzene Butter oder neutrales Öl
210 ml Milch
1 Ei
1 TL Essig
200 g Zucker
1 TL Vanillinzucker oder etwas Vanillemark
300 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Salz
1 Bio-Zitronen (Saft und Schalenabrieb)

Für TanDEM-X:
1 Rezept Polnischer Schokoladenkuchen:
250 g Margarine
500 g Zucker
50 g Kakaopulver
320 g Wasser
4 Eier
500 g Mehl
1 Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillezucker

Ganache:
400 g Zartbitter-Kuvertüre
200 g Schlagsahne 


Dekoration Satelliten:
750 g goldener Fondant
250 g silberner Fondant
250 g schwarzer Fondant
Goldfarbe
2 Schoko-Mikado-Stäbchen


Zubereitung SatMon-Kuchen:
Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Eier und Butter zu einem Mürbeteig verkneten (Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand).
Anschließend den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz verkneten. Zwei Drittel des Teiges auf einem Backblech (Backpfanne mit Deckel) ausrollen, den Rand auskleiden und mit einer Gabel einstechen.
Die Butter bei 50% in der Mikrowelle schmelzen und etwas abkühlen lassen. Quark, Zucker, Vanillezucker, Stärke und Eier verrühren. Flüssige Butter oder Margarine unterrühren. 
Die Füllung glatt rühren und mit blauer Lebensmittelfarbe (Wilton Pastenfarbe) einfärben.
Etwa die Hälfte der gefärbten Masse in eine andere Schüssel füllen und noch mehr blaue Lebensmittelfarbe und etwas schwarz unter eine Hälfte rühren, um ein dunkleres Blau zu erreichen.
Die Tag-Nacht-Grenze der SatMon-Karte mit einem Stück Alufolie abteilen, evtl. vorher in den Kuchenboden ritzen.
Die Tag- und Nacht-Füllung auf dem Boden verteilen, am besten gleichzeitig zu zweit, und glatt streichen.
 Die Alufolie entfernen und die Füllung an der Nahtlinie glatt streichen. 
Den übrigen Teig ausrollen und die Kontinente ausschneiden, Edith hat die ganzen Schablonen dafür aus dem Papier der SatMon-Karte ausgeschnitten, das war super, so ging es etwas schneller. 
Die Kontinente möglichst genau platzieren, ein bisschen verschiebt sich das ganze aber meistens...
Die kleineren Inseln habe ich von Hand geformt.
Den Kuchen ca. 45 min backen, ggf. mit Alufolie abdecken, wenn er zu dunkel wird. Der Kuchen ist fertig, wenn er nicht mehr wabbelt, wenn man an der Form rüttelt, und am Rand goldbraun ist.
Den Kuchen vollständig auskühlen lassen. Später dann etwas grüne Lebensmittelfarbe mit Wasser verrühren und anhand der Vorlage grüne Vegetation auf die Kontinente malen. Das Bräunliche vom Backen passt ja farblich bereits ganz gut. 
 Etwas Grün und Braun habe ich auch mit Lebensmittel-Filzstiften vorgemalt.
Möglichst weniger als 24 h vor dem Verzehr die Pole mit weißem Fondant überlappen. Ich hatte extra auch unter der Arktis eine (inkorrekte) Landmasse geschaffen, weil ich befürchtet habe, dass die doch sehr Wasser-reiche Käsekuchenmasse den Fondant zum Schmelzen bringen würde. Bei den hochsommerlichen Temperaturen schmolzen am Ende sogar die Pole inkl. Bodenstationen auf der Teigmasse an, aber nicht so schnell wie Ecken der Bodenstationen auf der Käsekuchenmasse!
Die weißen Bodenstationen hat Edith aus einem Kegelstumpf und einer kleinen Schüssel geformt und Missions-korrekt platziert. Ganz am Schluss habe ich mit etwas weißer Schokolade den Groundtrack für TSX und TDX aufgemalt.

Zubereitung Satellitenkuchen: 
Jeweils zwei Kastenkuchen in einer 30 cm Königskuchenform backen, da ich nur eine habe, waren das 4 Kuchen nacheinander (und dann nochmal zwei wegen der Contingency). 
Für TerraSAR-X Zitronenkuchen: Den Ofen auf 175°C vorheizen und Kastenkuchenform mit Papier auskleiden. Alle Zutaten von Öl bis Zitronensaft in einer Schüssel kombinieren und verrühren.
Den Teig in die Kastenform geben. 
Den Kuchen ca. 40 min bei 175°C goldbraun backen, Stäbchenprobe machen. Das Ganze wiederholen.
Für den TanDEM-X Polnischen Schokoladenkuchen:
Den Ofen auf 175°C vorheizen und Kastenkuchenform mit Papier auskleiden. Margarine, Zucker, Kakaopulver und Wasser aufkochen und abkühlen lassen. Dann der Reihe nach die restlichen Zutaten einrühren. 
Die Hälfte des Teiges in die Kastenform geben und bei 175°C ca. 45 Minuten backen, Stäbchenprobe machen. 
Kuchen im Backpapier herausheben und die zweite Hälfte des Teiges analog backen. Alle vier Kuchen vollständig auskühlen lassen.
Um den Formationsflug der Satelliten darzustellen, haben wir Kuchenständer aus Plexiglas schneiden lassen und gebogen:
2 x Kuchenplatte 30 x 10 cm
1 x 60 x 25 cm, zu einem U gebogen um eine Kuchenplatte darauf zu stellen.
1 x 60 x 15 cm, zu einem U gebogen um eine Kuchenplatte darauf zu stellen.

Die Kuchen werden mit Ganache zusammen gesetzt, dafür jeweils die Schokolade in Stücke brechen, die Sahne aufkochen und die Schokolade darin auflösen, abkühlen lassen. Aufgrund der Contingency war die weiße Ganache eigentlich überflüssig (im wahrsten Sinne des Wortes...)

Um aus jeweils zwei Kastenkuchen einen sechseckigen Satellitenkuchen zu formen, die Kastenkuchen in einer Höhe von 4,5 cm abschneiden. Der obere Durchmesser ist dann doppelt so groß, 9 cm.
Der untere Teil des Kuchen muss von 8 cm auf 4,5 cm zurück geschnitten werden, also von beiden Seiten 1,5 cm markieren. 
Dann die Kuchen umdrehen und entlang der langen Seite zu einem halben Sechseck schneiden. 
Eigentlich fliegen die Satelliten so, dass eine Kante in Richtung Erde zeigt, da das mit der Kuchenplatte schlecht ging, mussten wir die Satelliten auf das Radar-Instrument legen.
Weil das Radar-Instrument aber nicht fehlen sollte und von unten durch die Plexiglasplatte auch gesehen werden konnte, habe ich die Kuchen von allen 6 Seiten mit Fondant eingekleidet. Der Kuchen kommt also auf ein weißes Fondant-Rechteck von 5 x 28 cm, das auf die Plexiglasplatte gelegt wird. 
 Den halben Sechseck-Kuchen mit Ganache auf dem Fondant festkleben. 
Dann die zweite Hälfte des Kuchen mit Ganache festkleben, so dass das Sechseck komplett ist, und den Kuchen rundum mit dunkler Ganache einstreichen. 
Ich hatte den ehrgeizigen Plan, ein X bzw. jeweils ein umgedrehtes V in die Kuchenhälften einzuschneiden und mit weißer Ganache zu füllen, so wie bei dem Herz in Doros Schokokuchen. Das Einschneiden hat mit einem umgebogenen Tannenbaum-Ausstecher auch gut geklappt.
Allerdings war die weiße Ganache wegen der Hitze auch mit Aufschlagen nicht dauerhaft fest zu bekommen und bei dem einen Kuchen ging das eingeritzte V wohl zu nah an den Rand, so dass es zu dieser unschönen Contingency kam, der Kuchen brach und die Ganache wieder raus lief....also mussten wir nochmal zwei Schoko-Kastenkuchen backen. :-(
Das V im zweiten Kuchen hat gehalten, aber ich habe mich nicht getraut, das Experiment mit dem X zu wiederholen, und so blieb einfach das halbe V im Kuchen. 
Dann die zweite Hälfte des Kuchen mit Ganache festkleben, so dass das Sechseck komplett ist, und den Kuchen rundum mit dunkler Ganache einstreichen. 
Die nächste Überraschung kam beim Auspacken des "goldenen" und "silbernen" Fondants, der eher ein orangener und grauer Fondant mit Gold- und Silberpulver war, das man im Nachhinein auftragen musste...
Den goldenen Fondant ausrollen, Rechtecke ausschneiden und die Kuchen damit einkleiden. Ich habe jeweils ein Rechteck 5 x 27 cm für eine Seite des Sechsecks ausgeschnitten und die anderen drei Seiten an einem Stück 15 x 27 cm angebracht. Bei den drei zusammenhängenden Seiten mit den Händen eine Kante formen!
Ich habe den orangenen Fondant erst am Satelliten befeuchtet und mit einem Pinsel mit Goldpuder bestäubt, beim zweiten Satelliten habe ich es anders herum versucht, aber dann ist der Fondant sehr klebrig. Für die Enden habe ich ein 10 cm Quadrat ausgeschnitten, am Rand festgeklebt, und mit einer Schere entlang des Sechseck abgeschnitten.
Für das Solarpanel bleibt eine Seite frei! 
1 Rechteck 5 x 27 cm aus schwarzem Fondant ausschneiden und etwas antrocknen lassen, da die Solarpanele etwas überstehen sollten. Dann das Solarpanel an den Kuchen kleben.
Das 1:33 Modell des Satelliten war sehr hilfreich für die Kuchendekoration, und da unser Kuchen ziemlich genau doppelt so groß war, konnten wir auch die Maße für die Instrumente, Rechtecke und Kreise aus Silber halbwegs einfach abnehmen.
Auf dem schwarzen Fondant des Solarpanels mit flüssiger Goldfarbe die Linien und Ecken wie am Modell aufmalen.
Die silbernen Kreise habe ich mit einem Schnapsglas ausgestochen, die Rechtecke mit dem Lineal abgemessen. Dabei habe ich den Fondant erst ausgerollt, angefeuchtet, großzügig mit Silberpuder bestrichen und dann für beide Satelliten die Teile ausgeschnitten. Eine schwarze Fläche für den Hintergrund der Sternkameras haben die Satelliten auch noch, hier im Bild ist aber das zweite Solarpanel zu sehen.
Die silbernen Teile lassen sich leicht mit etwas Wasser auf dem goldenen Fondant ankleben. 
 Das drehbare Modell hilft dabei wirklich sehr!
Bis auf den Boom und ein paar kompliziertere Teile waren die Satelliten also schon mal fertig :-)
So können sie auch schon in Formation fliegen!
Für den Boom der Satelliten hatten wir an goldenen Fondant um Schoko-Mikado-Stäbchen gewickelt gedacht. 
Oben sollte etwas vom Stab heraus stehen, damit man es gut in den Kuchen stecken kann. Die Booms habe ich über Nacht trocknen lassen, ebenso das silberne Laser Communication Terminal (LCT), das nur TerraSAR-X besitzt, die Sternkameras und die GPS Empfänger.
 Die Teile habe ich am Morgen des großen Tages mit Wasser angeklebt. 
Das LCT muss unter erschwerten Bedingungen der Schwerkraft trotzen, da es an einer leicht nach unten zeigenden Fläche hängt. 
 Es hat aber tapfer gehalten!
Da steht der optischen Kommunikation ja nichts mehr im Wege ;-) 
Hier sieht man beide Seiten der Satelliten, auch wenn sie diese Formation im echten Leben natürlich nie annehmen können.
Das Solarpanel muss ja immer zur Sonne zeigen!
Nun noch die Booms aufstecken und fertig ;-) 
 Okay, parallel sollten sie vielleicht auch noch fliegen. 
Die Richtung ist dagegen variabel, je nach Erddrehung ;-)
 Hier sind sie in Flugrichtung über ihrem Groundtrack zu sehen, also von hinten.
Und hier noch mit Ediths extra Geburtstagskuchen für alle, die nicht auf der TerraSAR-X Feier waren. 
Edith hatte auch noch ein legendäres Hintergrundbild mit den Logos, einer Erde und einem Sternenhimmel gemalt. 
Als wir die Kuchen zum Dessertbuffet aufgebaut hatten, wurden die Kuchen erst mal eine gute Weile lang fotografiert. :-)
 Edith und ich durften auch mit drauf. ;-)
Nach der feierlichen Ankündigung wurde dann angeschnitten, was Edith und Manfred auch fabelhaft trotz des wackeligen Kuchenständers gemeistert haben. 
 Und dann hieß es, guten Appetit und Alles Gute zu den Geburtstagen!
Happy Birthday, Ihr drei hübschen! Und danke an alle, die beim Brainstorming und Kuchenständer-Design geholfen haben :-)

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