Mittwoch, 22. April 2015

Sri Lankische Hoppers mit Seeni Sambal und Lunu Miris

Als ich bei Schwesterchen in San Francisco zu Besuch war, haben wir für Freunde ein singhalesisches Dinner gekocht. Den Blogpost mit den Rezepten gibt es jetzt erst, weil wir Hoppers gemacht haben, eine Art Pfannkuchen aus Reismehl und Kokosmilch in einer Halbkugel-Form. Für diese Hoppers braucht man eine ganz bestimmte Pfanne, die wir gerne unserem Vater schenken wollten. In Deutschland gab es die leider nicht zu kaufen, aber in den USA sehr wohl! Also hat meine kluge Schwester die Pfanne in USA bestellt und, da sie dann schonmal da war, gleich eingesetzt und ausgetestet, denn man kann die Pfanne auch nur auf einem Gasherd benutzen und in USA gibt es praktisch nicht anderes, also war das optimal! Amol, Nataschas indischer Mitbewohner, hat sich auch in die Kocherei eingeklinkt und so wurde es eine Sri-Lankisch-Indischer-Fusion-Abend - in San Francisco gibt es überall und ständig Fusion-Food, also wilde Kombinationen von verschiedenen Länderküchen. :8)
Zutaten für ca. 50 Hoppers:
3,5 Dosen Kokosmilch à 400 g
1 kg Reismehl
1 TL Trockenhefe
1 TL Zucker
nach Bedarf 2 TL Zucker und 1 TL Salz
nach Bedarf Eier für Egg-Hoppers

Für 4 Personen (12 Hoppers) würde ich folgende Mengen vorschlagen: 
400 g (1 Dose) Kokosmilch 
250 g Reismehl
1/2 TL Trockenhefe
1/2 TL Zucker
nach Bedarf 1/2 TL Zucker und 1/2 TL Salz
nach Bedarf Eier für Egg-Hoppers


Zubereitung Hoppers:
Für Hoppers-Teig gibt es in Asia-Läden spezielle Fertigmischungen, die man nur noch mit Kokosmilch oder Wasser anrühren muss. Wir hatten eine Fertigmischung zusammen mit der Hoppers-Pfanne bestellt, aber die hat leider überhaupt nicht gut funktioniert. Natascha, die Biologin und Hefeteig-Expertin, hat daraufhin tagelang jeden Morgen eine neue Mischung angerührt und getestet, bis sie dieses perfekte Rezept gefunden hatte. ;-)
Die Zutaten werden einfach alle zu einem flüssigen Teig verrührt, dann muss man den Teig 4-8 Stunden abgedeckt gehen lassen. Er sollte durch die Fermentation der Hefe kräftig blubbern.

 Den Teig nochmal glatt rühren und dann kanns losgehen.
Hoppers schmecken frisch am besten, was bei einem Abendessen für 12 Personen und nur einer Pfanne natürlich eine Herausforderung ist, zumal jeder Hopper ca. 3 min dauert. Glücklicherweise haben uns die lieben Gäste tatkräftig unterstützt!
Man gibt eine Kelle voll Teig in die heiße Pfanne und verteilt ihn, so dass dünne Ränder entstehen und in der Mitte etwas mehr Teig übrig ist. Da unsere Pfanne beschichtet ist, mussten wir sie nicht einfetten. 
Mit der fertigen Backmischung war das Problem, dass der Teig so gar nicht an den Seiten halten wollte, aber mit der optimierten Version ging das dann problemlos.
Die Pfanne mit dem Teig kommt wieder auf den Gasherd und der Deckel kommt auf die Pfanne. 
Dann dauert es ca. 3 min, bis der obere Rand dünn und knusprig, die Mitte des Hopper weich, aber durchgebacken und der Hopper damit fertig ist. Aus der Pfanne lösen und gleich den nächsten starten...
Hoppers kann man zu allen Currys und sonstigen Gerichten essen, da sie im Prinzip wie Brot sind. Leider hab ich vergessen, ein Bild von den Egg-Hoppers zu machen, dafür haut man praktisch noch ein Spiegelei in den Hopper und gart es mit. Auch sehr lecker!
Reis hatten wir sicherheitshalber auch gekocht und in der Schale der frischen Kokosnuss serviert, aber eigentlich ersetzen die Hoppers den Reis. 
Besonders lecker zu Hoppers finden wir scharfes Seeni Sambol (drei flache kleine Schüsseln im Bild), das zwar hauptsächlich aus Zwiebeln besteht, aber wörtlich übersetzt "Zucker Sambal" heißt, weil es durch die Zwiebeln (und auch einigen Zucker, der reinkommt) relativ süß wird, Pol-Sambol (oben links), ein scharfes Sambal aus Kokosnuss, und Luni Miris (unten Mitte), eine ebenfalls scharfe Chili-Zwiebel-Paste. Dhal, rote Linsen (großer Topf Mitte), fehlen bei keinem Sri Lankischen Essen, ein Fleisch oder Fisch-Curry passt ebenfalls gut. Amol hatte Huhn (unten) im Ofen gebacken und ein sehr leckeres Garnelen, Jakobsmuscheln und Gemüsecurry zubereitet, für das aber leider kein Rezept existiert. Alle folgenden Rezepte sind für 4 Personen gerechnet, wir haben ca. die dreifache Menge zubereitet. 



Zutaten für Lunu Miris, Sri-Lankisches Chili-Sambal:
1 Tasse geschälte kleine Schalotten
3-4 getrocknete rote Chillischoten oder 2-3 EL rotes Chilli Pulver, nach Geschmack
Saft einer kleinen Zitrone
Salz

Zubereitung Lunu Miris:
Die Zwiebeln und Chillischoten in einer Pfanne einige Sekunden scharf anbraten und etwas Salz hinzufügen. 
Die Mischung in einen Mixer geben und mit dem Zitronensaft pürieren.
Die Quelle für dieses Rezept sagt, dass sie die Zwiebeln anbrät, um den starken Zwiebelgeschmack zu dämpfen, und dass die Originalrezepte die Zwiebeln direkt pürieren.


Zutaten für Seeni Sambol:
4 große Zwiebeln (oder gleiche Masse Schalotten)
3 Kardamomkapseln (hatten wir nicht und haben wir weggelassen)
1,5 cm Zimtstange
8 Curry-Blätter (hatten unsere Freunde sogar glücklicherweise im Garten!)
etwas Öl
1-3 TL Chilliflocken
1 TL Trockenfisch oder "Maldive fish chips" (hatten wir nicht und haben wir weggelassen)
1 TL Salz
2 TL Zucker

Zubereitung Seeni Sambol:
Kardamom aus den Kapseln lösen und mit Zimtstange mörsern oder mahlen. Zwiebeln in dünne Halbringe schneiden. 
In unserem Fall waren es sehr, sehr viele Zwiebeln!
Öl in einer Pfanne erhitzen und Kardamom, Zimt und Curry-Blätter zugeben.   
Zwiebeln andünsten.  
Nach einer Weile den Maldive Fish, Salz und Chilli zugeben.
Zum Schluss den Zucker zugeben und noch weiter umrühren, bis es durch den karamellisierenden Zucker eine schöne Farbe annimmt. Hier gibts ein Video dazu!



Zutaten für Pol-Sambol:
100 g Kokosflocken
230 ml heiße Milch
1 große Zwiebel, in kleine Würfeln geschnitten
Salz und Pfeffer
1-2 EL Zitronensaft
1 EL Ketchup
Edelsüßpaprika
Chilischote, in schmale Stücke geschnitten

Zubereitung Pol-Sambol:
Kokosflocken in eine Schüssel geben, die heiße Milch darüber schütten. 
Die übrigen Zutaten hinzufügen und vermischen, Schärfe abschmecken.
Das Pol-Sambol zum Servieren in eine oder mehrere hübsche Schüsseln füllen. 




Zutaten für Dhal - Rote Linsen Curry:
100 g rote Linsen
ca. 200 ml (doppelte Menge von Linsen) Wasser
Gemüsebrühe
Kurkuma
1 ½ kleine Löffel gelbes Curry
2-3 EL Kokosmilchpulver oder 1 Tasse Kokosmilch
Salz
2 Zwiebeln, in Halbringe geschnitten
1 große Tomate
Curryblätter
Senfkörner

Zubereitung Dhal Curry:
Die Linsen in einen kleinen Topf geben und mit Wasser waschen, dabei Steinchen oder Verunreinigungen entfernen und das Wasser mehrmals abgießen, bis es die gelöste Stärke weggespült hat und klar bleibt. Neues Wasser in den Topf füllen, bis das Wasser ca. ein Fingerglied (2-3 cm) über den Linsen steht. 
Gemüsebrühe, Kurkuma und gelbes Curry hinzufügen und auf mittlerer Flamme aufkochen, kochen lassen bis die Linsen gelb sind. Kokosmilchpulver mit Schneebesen in die Linsen einrühren (oder vorher in kaltes Wasser einrühren), abschmecken. Hier erst das Salz hinzufügen, da die Linsen mit Salz länger zum Kochen brauchen.
Tomate klein schneiden und mit Zwiebelringen, Senfkörnern und Curryblättern anbraten.
Die Tomaten-Zwiebelmischung zu den Linsen geben und unterrühren.
Zum Nachtisch gabs einen Obstsalat aus Mango, Ananas, Orangen, Nektarinen und Banane. 
Mango-Kerne ablutschen ist beim Singhalesisch kochen immer ein beliebter Sport ;-) 
Natürlich hatte auch jemand lecker Eis mitgebracht zum Nachtisch, wobei ich den Obstsalat schon so lecker finde, dass ich dazu kein Eis mehr brauche....hab aber trotzdem welches gegessen :8)

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