Dienstag, 16. April 2013

Schwedischer Kronenkrakker-Kuchen

Die Geschichte des Kronenkrakker ist eine längere: Ich hatte mal eine Kollegin, die mit einem Finnen verheiratet war und mir anläßlich unseres ersten gemeinsamen Plätzchenbackens mit Kolleginnen von einem finnischem Gebäck namens "Korvapuusti", zu deutsch "Ohrfeigen", erzählt hatte. Bei diesem Gespräch fragte ich sie, ob sie vielleicht auch schon mal von einem schwedischen Kuchen namens Kronenkrakker gehört hätte. Sie verneinte, auch als ich ihr erklärte, dass das ein Hochzeitskuchen in Form von sieben aufeinander gestapelten Ringen sein müsste, daher die "Krone" im Namen, und dass diese Ringe außen mit Krokant verziert wären und Krokant auf Schwedisch "krakker" heiße (tatsächlich heißt "Krokant" auf schwedisch auch "krokant" und ich spreche nach wie vor kein Schwedisch).
Ich tat, was jede Informatikerin tun würde, und googelte erst mal "kronenkrakker". Null Ergebnisse. Ich war verwirrt, ich konnte mich nicht mehr erinnern, wer mir von dem Kuchen erzählt hatte, und dachte, ich hätte ihn irgendwo im Internet gesehen - aber das Internet kannte ihn auch nicht! Kurz darauf bei einer Konferenz fragte ich ein paar schwedische Kollegen nach dem Kuchen, und wieder hatte keiner davon gehört, weder von dem Namen, noch von der von mir beschriebenen Form in sieben Ringen aufeinander. Ich war ratlos.
Nachdem ich ein wenig darüber meditiert hatte, erinnerte ich mich vage, dass ich irgendwann einen lustigen Traum hatte, in dem ich als Au-Pair in Schweden war, mich dort in einen typischen blonden Schweden verliebt hatte und wir heiraten wollten. Darum ging ich mit seiner Mutter, einer ganz entzückenden Frau, in einen schwedischen Supermarkt, um die sieben Ringformen für den Kronenkrakker-Kuchen zu unserer Hochzeit zu kaufen, und dann muss ich irgendwann aufgewacht sein. Ich konnte mich weder an den Namen noch das Gesicht meines schwedischen Traumverlobten erinnern, nur das mit dem Kuchen war hängen geblieben (was ja auch einiges über mich aussagt ;-)). 
Tja, und nachdem meine Kolleginnen die Geschichte natürlich extrem lustig fanden, machte ich mich daran, einen solchen Kuchen zu entwerfen, natürlich ohne die sieben Kranzformen, die man in meinem Traum übrigens in jedem schwedischen Supermarkt kaufen konnte. Als Grundlage diente mal wieder das Rezept für den Nusszopf von Gaby. Ja, und weil da ich gerade zum ersten Mal in meinem Leben in Schweden bin, hier ist er - der (vielleicht bald) berühmte Schwedische Kronenkrakker-Kuchen! :-)

Zutaten:
300 g Quark
12 EL Milch oder Wasser
12 EL Öl
150 g Zucker
2 P. Vanillinzucker
etw. Salz
600 g Weizenmehl
1 P. Backpulver

400 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
2 Eier
120 g Zucker
1 TL Zimt
etw. Milch
Ei zum Bestreichen

Nährwert:  7272 kcal gesamt

Zubereitung:
Für die erste Kronenkrakker-Konstruktion habe ich noch auf Papier gerechnet, um heraus zu bekommen, welche Radien meine Teigkringel haben müssen, damit man sie zu einer hübschen Kegelform stapeln kann. Leider konnte ich das Papier nicht mehr finden und habe darum eine kleine Excel-Tabelle erstellt. Die Radien der Kringel (die Mathematikerin würde "Torus" dazu sagen, aber "Kringel" ist doch anschaulicher) wachsen in jeder Stufe um 2 cm von 3 cm für den kleinsten bis 15 cm für den größten, der dann gerade noch aufs Backblech passt.
Der Radius multipliziert mit 2*PI ergibt den Umfang des Kringels, also die Länge des Teigstrangs, den ich zum Kreis legen muss. Daraus kann man dann wiederum berechnen, wie man den Teig aufteilen muss. Die lila markieren Prozentangaben summieren sich ungefähr auf 50%, so dass es mir leichter fiel, den Teig erst zu halbieren und dann zu teilen. Leider hatte ich kein Maßband beim Backen, so dass ich mit den Längen der Teigstränge sowieso eher auf Augenmaß angewiesen war...

Die Zutaten von Quark bis Backpulver mit den Knethaken des Rührgeräts vermischen.
Den Teig mit den Händen oder einem Teigschaber glatt kneten. 
 Die Zutaten für die Füllung vermischen.
 Den Teig nach den Prozentverhältnissen in der Tabelle in 7 Bälle teilen.
 Ebenso die Füllung in verschieden große Teile teilen.
Immer einen Ball ca. 10 cm breit und so lang, wie es in der Tabelle steht ausrollen...
 ... und mit der zugehörigen Füllung bestreichen. 
Dann den Strang von der langen Seite her aufrollen. 
Und zu einem Kreis legen. Man kann die Kringel beim Backen kombinieren und zum Beispiel den zweitkleinsten Ring in den größten, den kleinsten in den zweigrößten und die mittleren Ringe nebeneinander aufs Backblech legen.
Die Ringe mit verquirltem Ei bestreichen und mit Krokant bestreuen.
Durch geschicktes Kombinieren von Ringen auf Blechen kommt man mit 4 Backblechen aus, die man bei 170°C Umluft auf 2 mal backen aufteilen kann. 
Dann muss der Kronenkrakker nur noch zusammengesetzt werden, dafür einfach die Ringe lose aufeinander stapeln. 


Das hier ist übrigens der erste Kronenkrakker-Kuchen bei einem Geburtstagspicknick :-) Ich weiß noch, dass ich damals den Deckel der Kuchen-Tupper nicht über den ganzen Kronenkrakker bekommen hätte - also habe ich "Die Türme von Hanoi" mal andersrum gespielt und die kleineren drei Ringe UNTER die größeren vier Ringe verpackt. Deckel drauf und vor Ort wieder umstapeln...voilà!

Kommentare:

  1. Hi, schön das es noch mehr Leute gibt die sich neue Kuchen einfallen lassen.
    Zu deinem Kronenkrakker....es gibt hier in Norwegen einen Kransekake (Kranzkuchen) dieser wir auch in Ringen aufeinander gestapelt, ist allerdings aus einer Mandelmasse hergestellt. Für diesen gibt es wirklich Formen zu kaufen im Laden. http://www.pastrychef.com/KRANSEKAKE-FORMS_p_1232.html

    Den gibt es meist zu Weihnachten oder zB 17 Mai (Nationalfeiertag), aber auch zu Hochzeiten. Evtl hattest du das Bild von diesem Kuchen im Kopf als du geschlafen hast.

    Mfg aus Norwegen, Kathrin

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    1. Liebe Kathrin,

      danke für die Info! Die Parallelen sind ja überwältigend, das kann eigentlich kein Zufall sein! Sogar der Name ist ähnlich! Vermutlich hab ich den doch irgendwo mal gesehen, vielleicht in Fernsehen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wann oder wo!
      Ich freu mich, dass sich dank Blog endlich das Rätsel gelöst hat ;-)

      LG,
      Nadine

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