Dienstag, 21. Juli 2015

Laugen-Löwen und Laugen-Maß für den Kocherlball - Münchner Blogparade

Ich bin ja stolzes Mitglied der Münchner Ironblogger, und zum 2jährigen gibt es hier im Juli eine Blogparade mit Motto München. Ich nehme natürlich mit Gebäck teil, aber gestern gabs eine Ode auf Minga bei Alexandra und morgen ist Markus vom Pflugblatt dran. Ich habe ja schon einiges typisch bayerisches gebacken und dachte daher an Brezen oder Lebkuchenherzen, aber das hatten wir ja alles schon, darum habe ich mir kreativ diesen Münchner Laugen-Löwen ausgedacht (auch wenn streng genommen der blaue Panther eher zu München (Oberbayern) gehören würde, aber spätestens seit der Löwenparade assoziiere ich München mit Löwen, so). Außerdem gibts natürlich auch Brezen mit Dindln und, ebenfalls von mir zur Ehre Münchens erfunden, die Laugen-Maß, dazu natürlich Radi und Obatzda, die auf dem Kocherlball (s. Beitrag von Kathy)  nicht fehlen durften, wo wir die Löwen standesgemäß verspeist haben.
Zutaten für 8 Löwen (1,6 kg Teig):
1 kg Mehl (Weizenmehl Typ 550, Dinkelmehl Typ 630)
2 P. Trockenhefe (14 g)
500 ml Wasser
100 g Butter
1 TL Salz

Pfefferkörner für die Augen 

grobkörniges Salz
500 ml 3-5%ige Natronlauge (Natriumcarbonatlösung aus 1 Liter Wasser und 3 EL Kaisernatron eignet sich nur für kleine Gebäckestücke)

Zubereitung:
Aus Mehl, Hefe, Wasser, Butter und Salz einen glatten Hefeteig kneten, ich mache das mit dem Knethafen der Küchenmaschine. 
Den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. 
Den Teig nochmals durchkneten und in 8 gleiche Teile schneiden. Ich habe vier Löwen aus vier Teilen gebacken, mit und ohne Käse-Mähne. Für das Formen des Löwens, das ich hier abgeschaut habe, einen Teil nochmals im Verhältnis 1:2 teilen und aus dem größeren Teil eine ca. 20 cm lange Rolle formen. 
Vom kleineren Teil zwei kleine Teigstückchen abnehmen und rund rollen. Den Rest ebenfalls zu einer Kugel rollen, dieser wird der Kopf des Löwen. Die Rolle in regelmäßigen Abständen mit einer Schere einschneiden und um den Kopf legen, dann die eingeschnittenen Stücke etwas verdrehen, so dass sich eine schöne Mähne ergibt. 
Die beiden kleinen Kugel etwas flach drüben und als Maul und Nase aufsetzen, die Pfefferkörner als Augen in den Teig drücken und kleine flache Teig-Ohren ansetzen.
Alternativ kann man das Stück für die Mähne auch erst zu einem Rechteck ausrollen und mit Käse bestreuen.
Wieder zu einer Rolle aufgerollt gibt das einen hübschen gelben Effekt in der Mähne!
 Die Käse-Rollen ebenfalls mit der Schere einschneiden...
 ...und um den Löwenkopf legen und auffächern. Dieser Rand, der sich hier ergeben hat (die Naht der Rolle) sollte besser nach unten liegen, sonst bekommt der Löwe einen seltsamen Halo, habe ich gelernt.
 Hier ist die Naht besser versteckt. 
 Am Besten assembliert man den Löwen schon direkt auf dem Backpapier.
 Diese Löwen heißen übrigen Lukas, Ludwig, Leon und Leonardo. Haben sie mir gesagt! ;-)
Die Laugen-Maß ist einfach zu formen: ein großes Rechteck mit den Fingern formen, einen Henkel rollen und seitlich unter dem Teig andrücken. Das Rechteck etwas einritzen und alles mit Natronlauge bestreichen und mit Salz bestreuen, schließlich den Bierschaum wie eine Wolke formen und oben aufsetzen und leicht andrücken. Endlich eine Maß, die mir auch schmeckt ;-)
Für die Brezeln eine lange Rolle zur Brezel schlingen, ich habe noch ein Dirndl mit meinem Dirndl-Ausstecher aus einem Teigrest ausgestochen und aufgelegt.
Alle Teiglinge mit Natronlauge bestreichen und nach Belieben mit grobem Salz bestreuen, bei 180°C je nach Größe ca. 25 min mittelbraun backen. 
Für den Obatzda habe ich verschiedene Camemberts ausgetestet, aber keine großen Unterschiede gefunden, außer, dass die empfohlenen klassischen bayerischen Camemberts in unpraktisch kleinen Einheiten verkauft werden ;-)
Die Haut war bei allen Camemberts ähnlich dick, und sie sind dann auch alle im Obatzda gelandet. Entgegen des Rezepts habe ich auch noch 100 g Frischkäse hinzugefügt, damit wird der Obatzda einfach cremiger als mit dem Original nur aus Butter, Camenbert und Gewürzen. 
Außerdem verrühre ich Obatzda immer mit den Schneebesen des Handrührers, anstatt ihn nur mit einer Gabel zu zerdrücken.
Die gewürfelten Zwiebeln habe ich so spät wie möglich untergemischt, weil sich sonst Bitterstoffe entwickeln können. Zwiebelringe müssen ebenfalls drauf. Passt zu allem Laugengebäck und natürlich auch Brot!
Auch Radi darf dabei nicht fehlen, den schneidet man mit dieser hübschen Konstruktion in Spiralen. Meine Oma hatte noch den Trick drauf, den Rettich so abwechselnd von beiden Seiten einzuschneiden, dass er sich auch wie eine Zieharmonika auseinander ziehen lässt. Ich finde, beides erfordert ein wenig Übung!
Mit Obatzda und Radi ist unser Kocherlball-Frühstück traditionell komplett. Außerdem gab noch Leberwurst, Tomaten und Frischkäse dazu.
 All das Essen haben wir dann standesgemäß beim Kocherlball gefrühstückt. 
Ein Pâtisserie Nadine Logo (oder auch meine Initialen) hab ich mir auch noch gebacken...und aufgefuttert ;-)
Ich finde, die Laugen-Maß muss den Vergleich mit der echten (Radler-)Maß nicht scheuen! Ein Prosit ;-)
Hier gibts eine Übersicht aller Artikel, die im Zuge der Iron-Blogger-Blogparade „München“ veröffentlicht wurden und noch werden.

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